Donnerstag, 27.07.2000
Vernissage 20.00 Uhr
Geöffnet täglich von 18.00 - 23.00 Uhr bis zum 2.8.2000

"zwielicht"
Medieninstallation:
Sybille Wagner, Karlsruhe

Penetrant sich bewegendes Licht (Blaulicht der Polizei) in bezug zu Detailaufnahme eines Frauengesichtes, deren Mimik sich zwischen Angst und Genuß hin- und  herbewegt. Der Ton des Videos ist eine Collage aus den Sätzen “ich kann nicht mehr, ja ich kann noch“ (gesprochen von der  Schauspielerin und Darstellerin im Video Elenor Holder) und dem Gedicht “Magdalena mit dem Nachtlicht“ von Rene Char (nach einem Gemälde von George de la Tour, gespr. von Uwe Lindau).

Donnerstag, 20.07.2000
20.00 Uhr

"Salz von Erden #2"
Performance
Heinz Weber, München

Donnerstag, 13.07.2000
20.00 Uhr
Entwicklergespräch:

Der Berliner Audio-Softwareentwickler Gehard Behles im Gespräch mit Jörg Stelkens: Konzepte moderner Softsynthesizer und deren Netz-Vermarktung

Gehard Behles stellt eine Persönlichkeit dar, die einmal in einer großen deutschen Musikzeitung als die Generation „Junger Wilder“ bezeichnet wurde. Gemeinsam an dieser Generation ist das intensive Verlangen nach künstlerischem Ausdruck, gepaart mit einem technik- und wirtschaftlichem Expansionsdrang. Dabei fehlt es nicht an informatorischem Know-how um an der Spitze der Wirtschaft mitzugestalten. Im Gespräch wird diese Persönlichkeit in Bezug auf das Saisonthema vorgestellt und auch auf das infragegestellte Künstlerbild hin angesprochen. Die spezielle akademische Situation in Deutschland, die anders als in anderen Ländern, dieser Generation kaum institutionelle Möglichkeiten anbot um sich kreativ zu entfalten, wird aufgezeigt. Daraus wird die These abgeleitet, dass gerade dieses Vakuum diese Generation deutscher Synthesizer- und Sequenzerentwickler dazu beflügelt hat, sich international wirtschaftlich zu behaupten. Gefragt ist außerdem, in wie weit die neuen Internettechnologien diese persönliche Entfaltungsfreiheiten unterstützen.

Samstag, 8.07.2000
19.00 Uhr
Eröffnung t-u-b-e

ab 16.00 Uhr
Klanginstallation:
"(d)ebut"
Sarah Neumeister, München


Sarah Neumeisters Klanginstallation “(d)ebut” ist der Versuch einen akustischen Raum zu schaffen, in dem “visuelles Hören” in ein nach innen gerichtetes “Lauschen” übergehen kann. Die Künstlerin arbeitet mit assoziativen Klang-Sprach-und Rhythmusbildern, die sie durch Wiederholung und Überblendung zersetzt. Diese zu einem “akustischen Geflecht” transformierten Klänge generieren beim Zuhörer individuelle, ureigene Bilder und geben ihm die Möglichkeit, die eigene Wahrnehmung ins Zentrum der Rezeption zu stellen. Die Autonomie individuellen Denkens und Wahrnehmens und das Ausloten der Möglichkeiten und Begrenzungen im eigenen Leib- Körperraum sind Themen, die dieser Arbeit zugrunde liegen.
Die Installation ist bis einschließlich Dienstag, 11.07.2000 täglich in der Zeit von 18 bis 23 Uhr begehbar.

19.00 Uhr
Eröffnungsrede:
Kulturreferent Prof. Dr. Nida-Rümelin

19.15 Uhr
Vortrag zum Saisonthema "
Harte HÄngste"
„Zukünfte des Individuums: Fitness für den Markt oder Lebenskunst“
Prof. Dr. Heiner Keupp, Institut für Psychologie, Universität München

20.15 Uhr
Elisabeth Schimana
“Obduktion“ – Kurzhörspiel


“Es geht nicht mehr um Kreisläufe, es geht nicht mehr um zusammenhängende Dinge, sondern du kannst jetzt ein Organ nehmen, und das kannst du dorthin geben oder in diesen Körper geben, oder du kannst es wegschmeißen ... Die Dinge sind aus ihren Zusammenhängen gerissen. Es gibt keinen Kontext mehr, und doch lebst du und bist immer in irgendeinem Kontext, das heißt, du wirst immer einen haben und wirst immer einen bauen und dir einen machen. Du kannst so etwas wie Tod nicht vermitteln, weil dein Kreislauf funktioniert. Durch deine Strukturen bist du dazu bestimmt, Verbindungen herzustellen.“
Diese paradoxe Situation thematisiert Elisabeth Schimana in ihrem Hörspiel „Obduktion“. Es ist eine Erzählung, ohne dass ein „linearer Erzählfluss“ vorgegeben wäre. Die verwendeten Klänge und Geräusche stammen überwiegend von realen Obduktionen an mehreren Leichen. Durch die digitale Bearbeitung der Klänge, werden diese aus dem ursprünglichen Kontext herausgelöst, gleichsam in einen Assoziationsraum transponiert und dadurch wieder neu verfügbar. Als Material einer dreiteiligen radiophonen Komposition, in der (wie es der Begriff „componere“ bezeichnet) aus dem Vorgang der Sektion, des Schneidens und Trennens schließlich etwas neu Zusammengesetztes, Ganzes entsteht, das von der Unmöglichkeit spricht, als Lebender den unaussprechlichen Tod angemessen zu formulieren.

20.30 Uhr
Audio Performance:
"Ratchets / Sex"
Jens Brand, Dortmund

Ratchets:
Die Ratsche ist eines der ältesten Instrument der Welt. Ratschenformen finden sich in vielen Kulturen rund um den Globus. Unter den Musikinstrumenten gilt die Ratsche als Geräuscherzeuger. Das Interesse, das zur Konstruktion des Instrumentes geführt hat, lässt sich offensichtlich auf
seine erstaunliche Lautstärke zurückführen.

8 computergesteuerte auf Getriebemotoren montierte Holzratschen befinden sich verteilt an den Wänden des Aufführungsraumes. Die Aufführung beginnt mit dem Klang der Steuerspannung der 8 Getriebemotoren, der allmählich von dem Klicken einzelner Ratschen übertönt wird. Der Klänge verdichten sich zunehmend bis sich schließlich Kompakte, weißem Rauschen nicht unähnliche Klangflächen aufbauen.

Sex:
4 kurze, jeweils als Dia projizierte Texte beschreiben 4 persönliche, mir in lieber Erinnerung gebliebene, sexuelle Erlebnisse.
 

Der offene Abend bietet die Möglichkeit die anwesenden Künstler und Kuratoren zu befragen.