Programmvorschau April 01

DIGITAL MUSIC DIGITAL
New Computer Music
Edition: WERGO Schallplatten GmbH
Mehr als 50 Komponisten/innen aus 13 verschiedenen Ländern trugen zu diesem weltweit ersten Kompendium jener zeitgenössischen Kompositionen bei, in denen die digitalen Möglichkeiten von Computern mit einbezogen werden. Vom Computer ausgeführte digitale Klangsynthesen und algo-rithmische Kompositionsmethoden führten in verschiedene Richtungen.
In diesem Teil der DIGITAL MUSIC DIGITAL liegt der Schwerpunkt auf Portraits einzelner Kompo-nisten und gewährt so einen Einblick in die diverse Möglichkeiten der Arbeit mit dem Computer.
DIGITAL MUSIC DIGITAL ist bei WERGO erschienen.

Donnerstag, 29. März 2001, 20.30 Uhr

Michael Obst
Crystal World
New Computer Music
Edition: WERGO Schallplatten GmbH

Die Komposition von Crystal World begann 1983 und damit verbunden Michael Obst´s Untersu-chung des weiten Feldes traditioneller asiatischer Percussionsinstrumente. Während der Realisie-rung des ersten Teils zeigte sich, dass dieses reichhaltige Tonmaterial neue Möglichkeiten eröff-nen und nur in einem größerem Rahmen zu behandeln sein würde. Daraus entstand ein Zyklus
elektronischer Musik, der aus drei Teilen und einem Zwischenspiel besteht. In jedem Teil korres-pondiert der musikalische Charakter mit verschiedenen Aspekten, während das harmonische und stukturelle Konzept durchgängig und konstant im Zyklus bleibt. Der Kompositionsprozess und die vielen elektronischen Transformationen des instrumentalen Klangs sowie das Oberton-Spektrum führen zu einer unüblichen musikalischen Struktur. Der daraus resultierende einzigartige Klang ist vergleichbar mit verschiedenen Lichterscheinungen wie Reflektionen und Prisma-Spektren und er-innerte den Komponisten an die Novelle „ The Crystal World“ von J.G. Ballard.
Der Autor beschreibt wie Pflanzen, Tiere und auch Menschen allmählich in eine Kristallwelt über-treten. Alles „gefriert“ zu Kristallen und edlen Steinen, die durch das Sonnenlicht in ein fantasti-sches Lichtspektrum verwandelt werden. Das unübliche Paradoxe ist die perfekte Harmonie der Millionen von Lichtbrechungen, die zur gleichen Zeit für die Zerstörung des Lebens verantwortlich sind. Absolute Paralyse und Kälte....

Michael Obst lebt als freischaffender Komponist und Pianist in Bonn. Er erhielt Einladungen zu Kompositionen der Studios in Gent (IPEM), Stockholm (EMS) und Paris (IRCAM) und Preise inter-nationaler Wettbewerbe, z.B. 1985 für die Komposition Crystal World Part I beim Internationalem Wettbewerb für Elektronische Musik in Bourges (Frankreich).

Freitag, 30. März 2001, 20.30 Uhr

John Chowning
Turenas, Stria, Phoné, Sabelithe
New Computer Music
Edition: WERGO Schallplatten GmbH

Die auf dieser CD veröffentlichten vier Kompositionen Chownings enstammen dem Zeitraum zwischen 1971 und 1981. Mit diesen Eckdaten ist gleichzeitig jener Zeitraum umrissen, in dem die Anwendung digitaler Klangsynthese aus der Enklave hochgezüchteter Großcomputersysteme in den musikalischen Alltag jeder Rockgruppe überging. Die von Chowning entdeckte Nutzbarmachung der Frequenzmodulation (FM) für mu-sikalische Zwecke legt die Grundlage für die Entwicklung einer preiswerten Technologie der Klangsynthese. Mit der FM-Methode können auf einfachste Weise Klangfarben synthesiert werden, deren klangliche Ent-wicklungen und Schwankungen im Laufe der Tondauer gezielt kontrolliert werden können. Die auf der CD enthaltenen Stücke wurden allerdings nicht mit diesen Synthezisern realisiert, sondern mit besagten Groß-computern.

John Chowning ist gegenwärtig Direktor des Center für Computer Research in Music and Acoustics der Stanford University in Kalifornien. Seit 1964 arbeitet er an dem Aufbau dieses Zentrums, das heute mit zu den weltweit führenden Einrichtungen seiner Art gehört. Zuvor hatte er drei Jahre bei Nadia Boulanger in Pa-ris Komposition studiert. In Zusammenarbeit mit Yamaha wurde seine Entdeckung der Frequenzmodulation für Musikalische Klangsynthese seit 1973 zur Grundlage des meistverbreitetsten Instruments in der Ge-schichte der elektronischen Musik.
 
 

Samstag, 31. März 2001, 20.30 Uhr

Jean-Claude Risset
Songes, Passages, Computer Suite From Little Boy, Sud
New Computer Music
Edition: WERGO Schallplatten GmbH

Songes (Träume) 1979 basiert auf dem Material von Mirage, einer Auftragskomposition für 16 In-strumente und Zuspielband für Donaueschingen 1978. Orginalaufnahmen von Instrumentalklängen werden mit dem Computer gemischt.
Passages wurde 1982 von der Biennale di Venezia für die Internationale Computermusikkonferenz in Auftrag gegeben. Die Komposition für Querflöte und elektronische Klänge stellt zwischen dem Live-Instrument und dem computererzeugten Part ein kammermusikalisches Verhältnis her, weni-ger das eines Solo-Konzerts.
Computer Suite Little Boy wurde 1968 in den Bell Laboratories realisiert und verwendet aus-schließlich synthetische Klänge. In der Suite werden Teile der Bühnenemusik zu Pierre Haltes „Little Boy“ verwendet.
Sud entstand 1984/85 im Auftrag des französischen Kulturministeriums im Studio der Groupe de Recherche Musicale (INA/GRM) in Paris, dem Gebutsort der „Musique conctrete“ um 1948. Risset verarbeitet in dieser Arbeit Aufnahmen aus der Natur um Marseille und in Marseille erzeugte syn-thetische Klänge mit dem Computer instrumentarium der GRM.

Jean-Claude Risset (1938) arbeitete drei Jahre zusammen mit Max Mathews an der grundlegen-den Entwicklung der digitalen Klangsynthese an den Bell Laboratories., USA. Risset erhielt für sei-ne musikalischen und wissenschaftlichen Arbeiten zahlreiche Auszeichnungen, zuletzt 1981 den Grand Prix SECAM de la Promotion de la musique Symphonique und 1987 dsen Ehrenpreis der Ars Electronica, Österreich.

Sonntag, 01. April 2001, 20.30 Uhr

Morton Subotnick
Silver Apples of the Moon, The Wild Bull
New Computer Music
Edition: WERGO Schallplatten GmbH

Als Morton Subotnick 1962 den Instrumentenbauer Donald Buchla kennenlernte, gab es nur eine Handvoll elektronischer Studios, deren Ausrüstung noch dazu äußerst spärlich war. Über ein Jahr arbeiteten Morton Subotnick, Donald Buchla und Ramon Sender  am San Francisco Tape Music Center zusammen, um end-lich eine elektronische „Musikmaschine“ zu konstruieren, die den Anforderungen des Komponisten ent-sprach. Aus dieser engen Zusammenarbeit mit Buchla entsprangen die beiden Kompositionen dieser CD.
Subotnick wählt den Titel Silver Apples of the Moon aus einem Gedicht von Yeats, während The Wild Bull an ein sumerisches Trauerpoem anknüpft.
Touch ist ein „klassisches“ elektronisches Musikstück: Es wurde 1969 mit einem Buchla-100 analogen Syn-thesizer produziert und für diese CD digital nachbearbeitet.
Jacob´s Room besteht aus den ersten und abschließenden Teilen der gleichnamigen Oper und ist für ver-stärkte Stimme, Cello und das Yamaha Computer-Assisted Music System komponiert.

Morton Subotnick ( 1933) ist einer der aktivsten amerikanischen Komponisten, vor allem auch auf dem Ge-biet der elektronischen Musik. In vielerlei Hinsicht hat er den Einsatz technischer Mittel im musikalischen Be-reich der letzten Jahrzehnte mitgeformt.
 
 

Montag, 02. April 2001, 20.30 Uhr

Michael MacNabb
Dreamsong, Love in the Asylum, Mars Suite
Invisible cities
New Computer Music
Edition: WERGO Schallplatten GmbH

Alle CDs des gebürtigen Kaliforniers Michael McNabb entstanden im Center for Computer Re-search in Music and Acoustic, Stanford University. Diesem Zentrum ist McNabb seit 1976 eng ver-bunden, hier half er mit, die Grundlagen der heute allgemein verbreiteten digitalen Synthese zu le-gen. Love in the Asylum, vor allem aber Dreamsong sind inzwischen sehr bekannt geworden, be-stimmten die beiden Werke doch die Entwicklungsgeschichte der elektronischen Musik. Da auch schon in den siebziger Jahren bei CCRMA der größte Nachdruck auf Klangqualität gelegt wurde, können diese Werke auch heute noch gleichrangig neben den Werken stehen, die mit Hilfe der modernsten Technik entstanden sind.
Invisible Cities basiert auf einer Komposition, die Michael McNabb 1985 für ein Ballett nach Italo Calvinos Roman „Invisible Cities“. Die Musik vereint eine vorproduzierte, digital erzeugte Zuspiel-musik, live Klavier, Saxophon und live Synthesizer und Klangprozessoren, die durch die von Kla-vier und Saxophon gespielten Töne über MIDI gesteuert werden. Entsprechend der Farbigkeit der verschiedenen geschilderten Städte werden in der Musik implizit und explizit unterschiedliche Volksmusiken, populäre und klassische Musiken hinzugezogen.

Michael McNabb wurde 1952 in Salinas, Californien, geboren und lebt heute in San Francisco.

Dienstag, 03. April 2001, 20.30 Uhr

Chris Chafe, David A. Jaffe, William Schottstaedt
Dinosaur Music
New Computer Music
Edition: WERGO Schallplatten GmbH

Alle Kompositionen der Dinosaur Music wurden zwischen 1982 und 1986 hergestellt und mit dem System Concept Digital Synthesizer – „Samson Box“ genannt nach ihrem Konstrukteur Pete Sam-son – und der für diesen Synthesizer entwickelten Software realisiert. Die Samson-Box ist ein spe-zieller Computer zur Klangsynthese und –verarbeitung, der von einem Hauptcomputer gesteuert wird und nicht etwa von einer Klaviertastatur aus gespielt wird. Alle Kompositionen dieser CD wur-den direkt von der Samson Box in Echtzeit digital aufgenommen.

Dinosaur Music enthält fünf Werke der Komponisten Chris Chafe, David A. Jaffe und William Schottstaedt, die alle Ihr Kompositionsstudium an der Stanford University mit dem Doktortitel und dem Schwerpunkt Computermusik abschlossen. Sie gehören zu dem Kreis des Center for Compu-ter Research in Music und Acoustic, das die technische Entwicklung von Software und Hardware entscheidend mitträgt.
 
 

Mittwoch, 04. April 2001, 20.30 Uhr

Alejandro Viñao
Son Entero, Triple Concerto
New Computer Music
Edition: WERGO Schallplatten GmbH

Auf der CD werden zwei der bekanntesten Stücke des Komponisten veröffentlicht, die vorprodu-zierte, computererzeugte Klänge mit live aufgeführter Musik Verbinden.
In Son Entero  werden vier Sänger(innen) des Singcircle unter Gregory Rose mit den Computer-klängen in Verbindung gebracht. Dem Stück liegt ein Text des kubanischen Dichters Nicolas Guil-len zugrunde. Alejandro Viñao unterlegte den Text zeilenweise mit vorher konzipierten rhythmi-schen Abläufen, ein Verfahren, das er öfter verwendet.
Triple Concerto erfordert von den Spielern (Flöte, Cello, Klavier) ein genaues Hinhören auf den Computer-Part, um das Stück realisieren zu können. Alejandro Viñao schrieb das Stück bewußt so, daß die Schwierigkeit nicht in den spieltechnischen Anforderungen der Instrumentalstimmen liegt, sondern in der Gegenüberstellungen und Koordination von „Computer“ und „Live“.

Alejandro Viñao gehört zu jener Gruppe argentinischer Komponisten, die sich in Europa angesie-delt haben. 1951 wurde er in Argentinien geboren, studierte dort Komposition, Gitarre und Dirigie-ren, bevor er 1971 an das Royal College of Music nach London kam, um seine Studien mit einem Doktortitel in Komposition abzuschließen. Seine Werke wurden vielfach international ausgezeich-net.

Live Event!
Donnerstag, 05. April 2001, 20 Uhr

Station Rose
Cyberspace Is Our Land!
Elisa Rose & Gary Danner

Aus dem Studio in der EuroMetropole Frankfurt realisiert Station Rose/STR seit Januar 1999 die "digitale Sendestation im Internet" auf www.stationrose.com und sendet STR Multimedia- Kunst in den Cyberspace sowie Live- Gesprächsrunden in Echtzeit (minus 20 sec.). Diese Echtzeit- Kom-positionen sind der künstlerische Output von STR als Multimedia-Band, gestartet 1992 bei Gunafa Clubbing,  verfeinert und radikalisiert jetzt mit Webcasting. Die für die künstlerische Kreation not-wendige Abgeschlossenheit des Multimedia-Studios wird gemorpht in eine WebCam-Situation, die virtuelle Fenster öffnet: in das Studio, auf die Straße, in Sound- & Animations-Räume, in Ge-sprächsrunden. Da die Webcasts Live-Multimedia-Kunst sind, werden sie nicht im Netz archiviert. Wenn die Session oder das Gespräch vorüber ist, ist das Geschehene, wie bei einer Performance, Vergangenheit.

Webcasting LIVE  auf http://www.stationrose.com

Live Event!

Freitag, 06. April 2001, 20 Uhr

taktlos 40 – „Radio-Kunst“
live aus der t-u-b-e in Bayern2Radio
Podiumsgespräch, moderiert von Theo Geißler
Produktion: Bayerischer Rundfunk
Redaktion: Wolf Loeckle
Regie: Christoph Stechbart

Was blieb von den Sensations-Hörspielen eines Orson Welles,  von den revolutionären Klang-schöpfungen Pierre Schaeffers oder Karlheinz Stockhausens? Radiophone Kunst ist zum Mini-Nischenobjekt geraten. Eine kleine, angeblich besonders sensible Hörerschaft wird von einer kleinen, angeblich besonders innovativen Produzenten-Gruppe mit digitalen Stör-Gewittern, assoziativ gebündelten Textsplittern und höchst ungewohnten Klang-Konstruktionen versorgt. Jan Ittner (Hörkunst e.V. Erlangen), Barbara Schaefer (BR-Hörspiel-Redaktion), Jörg Stelkens
(t-u-b-e), Roland Spiegel (Abendzeitung München) und die Performance-Künstler Elisa Rose & Gary Danner (Station Rose) suchen zusammen mit Moderator Theo Geißler nach dem Sinn solcher Sounds.
„Taktlos, das Musikmagazin des Bayerischen Rundfunks und der Neuen Musikzeitung“ widmet sich jeden ersten Freitag im Monat zwischen 20 und 21 Uhr einem interessanten Thema aus dem breiten Spektrum der Musik, live aus dem Bayerischen Rundfunk.

(Weitere Infos unter: www.nmz.de/taktlos/).

Webcasting LIVE  auf http://www.stationrose.com

Samstag, 07. April 2001, 20.30 Uhr

Station Rose
CD-Einspielung
Produktionen aus dem Archiv von Station Rose (s. Hinweis 5. April)
 

Live Event!
Sonntag, 08. April 2001, 16 Uhr

Thomas Lehn – Carlos Zingaro
Audio-Performance

Im Rahmen des Programms „COME SUNDAY“ sind in der t-u-b-e zwei Musiker zu Gast, die sich seit langem und in besonderer Weise mit Live-Elektronik beschäftigt haben und zwar solistisch e-benso wie im Ensemble. Thomas Lehn (Analogsynthesizer) und Carlos Zingaro (Violine, Live-Elektronik), beide sind virtuos im Umgang mit analogen Klängen, werden mit den besonderen Ge-gebenheiten der t-u-b-e Klanggalerie experimentieren. Carlos Zingaro und Thomas Lehn starten mit diesem Konzert ihr gemeinsames Duo-Projekt.

Thomas Lehn entwickelte auf dem Hintergrund langjähriger Erfahrung als interpretierender und improvisierender Pianist individuelle Ausdrucksformen auf dem Gebiet live-elektronischer Musik. Hier konzentriert er sich seit 1989 auf die Anwendung analoger Synthesizersysteme, die einen unmittelbaren Zugriff auf die einzelnen Elemente der elektronischen Klangsynthese und damit ein unmittelbares Agieren und Reagieren im Struktur- und Spannungsprozess live aufgeführter Musik gestatten.

1979-1987 absolvierte er Studiengänge als Tonmeister und Pianist an den Musikhochschulen in Detmold und Köln. Er konzertierte als Pianist in zahlreichen Kammermusikensembles und diversen Jazzformationen. Darüber hinaus wirkte er - in den 1980er Jahren auch als Posaunist - bei zahlrei-chen Projekten verschiedenster musikalischer, musiktheatralischer bis multimedialer Genres mit.

Als Synthesizerspieler konzertierte er - wiederholt unterstuetzt durch Goethe-Institute im Ausland - in Europa, den USA und Kanada mit Musikern der internationalen musikalischen Avandtgarde. Er ist u.a. Mitglied der Ensembles KONK PACK (mit Roger Turner, Tim Hodgkinson), TOOT (mit Phil Minton, Axel Dörner), Trio E-RAX (mit Peter van Bergen, Gerd-Jahn Prins), TOM & GERRY (mit Gerry Hemmingway) und arbeitete wiederholt mit Martin Blume, John Butcher, Guenter
Christmann, Jim Denley, Axel Doerner, Phil Durrant, Christian Fennesz, Alexander Frangenheim, Wolfgang Fuchs, Malcolm Goldstein, Gunda Gottschalk, Guillermo Gregorio, Beth Griffith, Mats Gustafsson, Gerry Hemingway, Erhard Hirt, Tim Hodgkinson, Bruno Leicht, Hannes Loeschel,
Paul Lovens, Paul Lytton, Radu Malfatti, Jeffrey Morgan, Torsten Mueller, Christian Munthe, Josef Novotny, Evan Parker, Peter Rehberg, Keith Rowe, John Russell, Hans Schneider, Burkhard Stangl, Raymond Strid, Martin Theurer, Roger Turner, Peter van Bergen and Philipp Wachsmann.

Carlos Zingaro studierte klassische Musik am Konservatorium in Lissabon (1953 – 1965) und Kir-chenorgel an der Hochschule für sakrale Musik (1967/68). 1976 gründete er die Gruppe PLEXUS, die damals einzige Gruppe in Portugal, die eine neue musikalische Annäherung in den Bereichen zeitgenössische Musik, Improvisation und Rock entwickelten. Seit 1975 spielt Zingaro mit den wichtigsten Künstlerinnen und Künstlern der Improvisierten Musik, u. a. mit Barre Phillips, Daunik Lazro, Derek Bailey, Joëlle Léandre, Jon Rose, Kent Carter, Ned Rothenberg, Peter Kowald, Ro-ger Turner, Rüdiger Carl, Dominique Regef, Evan Parker, Günter Müller, Andres Bosshard, Jean-marc Montera, Paul Lovens, und war bei den wichtigsten Festivals für Neue und Improvisierte Mu-sik in Europa, Asien und Amerika zu Gast.
Eine wichtige Ebene seiner musikalischen Aktivitäten steht in Verbindung mit Theater, Film und Tanz und er ist auf diesen Gebieten international tätig. Zingaro war ein Gründungsmittglied der Gallerie Comics, Lissabon und seine Cartoons, Comics und Illustrationen wurden ausgestellt und mehrfach ausgezeichnet.
 
 
 

09.– 12. April 2001, jeweils 20.30

Thomas Lehn – Carlos Zingaro
Nachhall-Produktion der Audioperformance vom 08. April 2001

Live Event!
Donnerstag, 19. April 2001, 20 Uhr

Die Bibel
Aus dem Hebräischen verdeutscht von Martin Buber gemeinsam mit Franz Rosenzweig
Eine Hörbuchedition des Hörverlags

Kein Werk hat das Denken und die Kultur des Abendlandes so sehr geprägt wie die Bibel. Die Lite-ratur- und Kunstgeschichte zeigen, in welchem Maße biblische Motive und Gestalten - von Adam und Eva über Mose, König David und die Propheten bis hin zu Hiob - das kollektive Bewusstsein bis weit in die säkulare Gegenwart hinein bestimmen.

Mit der Hörbuch-Edition des Hörverlages liegt nun erstmals eine gesprochene Version der Über-setzung der hebräischen Bibel von Martin Buber und Franz Rosenzweig vor. Fast 50 Jahre, von 1914 bis 1961 arbeitete Martin Buber daran, maßgeblich unterstützt - bis zu dessen Tod 1929 - von Franz Rosenzweig. Der ursprüngliche Charakter der Bibel, die Gesprochenheit des Wortes, machten beide zum Übersetzungsprinzip. So bestimmen die für die Sprecher notwendigen Atem-pausen die Form der Texte, Sinneinheiten werden in Atemeinheiten vorgetragen.

Die Bibel sollte nicht als ein scheinbar vertrautes Dokument einer fernen Vergangenheit, sondern als lebendige Botschaft und Herausforderung für Menschen in der Gegenwart vernehmbar sein. Auch darin liegt das Verdienst dieser Übersetzung, dass sie die christliche Inanspruchnahme der Hebräischen Bibel verwehrt und so auch dazu beitragen kann, dass sich Christen verstärkt der jü-dischen Wurzeln und der jüdischen Signatur Ihres Glaubens und Ihrer Kultur bewusst werden.

Die hohen Ansprüche, die Buber in seine Übersetzung aus dem Hebräischen gelegt hat, und die somit dem ursprünglichen Charakter der Bibel am nächsten kommt, stellten eine immense Heraus-forderung dar bei der Umsetzung zum Hörbuch. Im fünften Jahr seines Bestehens hat sich der Hörverlag an die Verwirklichung diese Projektes gewagt- und mit ihm Sprecher und Sprecherin-nen, die sich der Komplexität des Textes, der Intensität der Bedeutungsschichten, den ungewöhn-lichen Sprachschöpfungen und -Rhythmen gewachsen fühlten: Rolf Boysen, Thomas Holtzmann, Maren Kroymann, Michael Maertens, Sophie von Kessel, Gerd Wameling, Jens Harzer, Michael Maertens, Max Volkert Martens u.v.a. wirkten an der Realisierung maßgeblich mit.

20 Uhr, Einführung von Johannes Stricker
20.30 Uhr, Die Bibel - Das Buch im Anfang
Regie: Anton Rey
Ton und Schnitt: Detlef Fischer
Teil1: Die Schöpfung - Der Garten und die Verbannung
Die Geschlechter der Urzeit - Die Flut - Die Völker
Gelesen von Rolf Boysen
CD-Einspielung, ca. 58 Minuten
 
 
 

Freitag, 20. April 2001, 20.30 Uhr

Die Bibel - Das Buch im Anfang
Teil 2 : Abraham
Gelesen von Thomas Holtzmann
CD-Einspielung, ca. 74 Minuten
 
 

Samstag, 21. April 2001, 20.30 Uhr

Die Bibel - Das Buch im Anfang
Teil 3: Jaakob
Gelesen von Rudolf Wessely
CD-Einspielung, ca. 42 Minuten
Teil 4: Jaakob II
Gelesen von Rudolf Wessely
CD-Einspielung, ca. 43 Minuten
 
 

Sonntag, 22. April 2001, 20.30 Uhr

Die Bibel - Das Buch im Anfang
Teil 5: Jossef
Gelesen von Jens Harzer
CD-Einspielung, ca. 78 Minuten
 

Live Event!
Dienstag, 24. April 2001, 20.30 Uhr

No Fado
Experimentelle Musik und Videos aus Portugal.
Performance-Nacht
Margarida Garcia Electronics & e-bass
Manuel Mota E-guitar and Video
João Pinto Digital Soundscapes
Sónia Rodrigues Video - Choreographies
Adriana Sá Digital & Anlaog Electronics

NoFado ist ein Ausschnitt mit tiefen Einblick. Die Kulturszene Portugals, das stets seinen Beitrag zur Avantgarde Geschichte Europas geleistet hat, brodelt nach wie vor und No fado zeigt es uns mit Hilfe von 6 ungezügelten Stipendiaten der "Bolsa Ernesto de Sousa" (BES), die seit nunmehr 10 Jahren in Zusammenarbeit mit der New Yorker Experimental Intermedia Foundation eines der höchst dotierten Stipendien des Landes für portugiesische Multimedia-Kunst betreut. Die Weiten von Joao Pintos "sonic landscapes" verlieren sich im Nirgendwo zwischen Lissabon und New Y-ork. Manuel Mota gilt als Portugals lakonische Antwort auf Derek Baley: Elegant, hermetisch und an der Hörgrenze... Wem das noch zuviel Klang sein sollte, dem geben die stummen Video Cho-reographien von Sonia Rodrigues Anlass zum schweigen. Adriana Sá erfindet, klaut und mixt Klänge im großen Stil und Margarida Garcias E-Bass und Electronics verbinden indische Ragas mit ungezügelt krachender Improvisationlust ohne Rücksicht auf Ecken und Kanten.

NoFado ist ein Kooprationsprojekt von: BES (Ernesto de Sousa Fellowship), Lissabon - cuba-kultur, Münster - krahnenbaum company, Köln - MeX e.V. , Dortmund - Peripherie Tübingen - t-u-b-e, München. Mit freundlicher Unterstützung der Fundação Calouste Gulbenkian.
 

Mittwoch, 25. April 2001, 20.30 Uhr

Die Bibel - Das Buch Namen
Aus dem Hebräischen verdeutscht von Martin Buber gemeinsam mit Franz Rosenzweig
Gelesen von Michael Maertens, Rufus Beck und Sophie von Kessel
Regie: Anton Rey
Ton und Schnitt: Detlef Fischer
Teil 1: In Ägypten / Am Schilfmeer
Gelesen von Michael Maerte
CD-Einspielung, ca. 78 Minuten
 
 

Donnerstag, 26. April 2001, 20.30 Uhr

Die Bibel - Das Buch Namen
Teil 2: Zum Ssinai / Bund
Gelesen von Rufus Beck
CD-Einspielung, ca. 53 Minuten
Teil 3: Zelt der Begegnung: das Urbild
Gelesen von Rufus Beck
CD-Einspielung, ca. 43 Minuten
 
 

Freitag, 27. April 2001, 20.30 Uhr

Die Bibel - Das Buch Namen
Teil 4: Sünde und Bedeckung / Das Zelt der Begegnung: der Bau
Gelesen von Sophie von Kessel
CD-Einspielung, Laufzeit ca. 56 Minuten
Die Bibel - Buch Daniel
Regie: Ralf Becher
Toningenieur: Hans-Juergen Paesch
Produktion: SFB/Der HörVerlag, 2000
Teil 1: Die Knaben werden nach Babel gebracht - Der Traum Nebukadnezars
Die drei Knaben im Feuerofen - Nebukadnezar bei den Tieren
Die Schrift an der Wand - Daniel in der Löwengrube - Die erste Schau
Gelesen von Gerd Wameling
CD-Einspielung, ca. 46 Minuten
 
 

Samstag, 28. April 2001, 20.30 Uhr

Die Bibel - Buch Daniel
Teil 2: Die zweite Schau - Die dritte Schau - Die Vermeldung Gabriels
CD-Einspielung, ca. 36 Minuten
Die Bibel - Die fünf Rollen
Regie: Ralf Becher
Toningenieur: Hans-Juergen Paesch
Produktion: SFB/Der HörVerlag, 2000
Teil 1:
Der Gesang der Gesänge
Gelesen von Imogen Kogge und Gerd Wameling
CD-Einspielung, ca. 18 Minuten
Buch Rut
Gelesen von Maren Kroyman
CD-Einspielung, ca. 17 Minuten
Das Buch Wehe
Gelesen von Immo Kroneberg
CD-Einspielung, ca. 25 Minuten
 
 

Sonntag, 29. April 2001, 20.30 Uhr

Die Bibel - Die fünf Rollen
Teil 2: Das Buch Versammler
Gelesen von Max Volkert Martens
CD-Einspielung, ca. 40 Minuten
 
 

Montag, 30. April 2001, 20.30 Uhr

Die Bibel - Die fünf Rollen
Teil 3: Das Buch Ester
Gelesen von Imogen Kogge
CD-Einspielung, ca. 37 Minuten
Die Bibel - Das Buch Ijob
Hiob
Regie: Ralf Becher
Teil 1: Die Geschichte von der Versuchung - Ijobs erste Klage - Elifas’ erste Entgegnung/Ijobs zweite Klage - Bildads erste Entgegnung/Ijobs dritte Klage - Zofars erste Entgegnung/Ijobs vierte Klage - Eli-fas’ zweite Entgegnung - Ijobs fünfte Klage/Bildads zweite Entgegnung - Ijobs sechste Klage - Zofars’ zweite Entgegnung - Ijobs siebente Klage
CD-Einspielung, 68 Minuten
 
 

Dienstag, 01. Mai 2001, 20.30 Uhr

Die Bibel - Das Buch Ijob
Hiob
Teil 2: Elifas’ dritte Entgegnung - Ijobs achte Klage - Bildads dritte Entgegnung - Ijobs neunte Klage - Elihus Rede - Die Rede Gottes aus dem Sturm - Ijobs Bekenntnis - Die Geschichte von der
Wiederkehr
CD-Einspielung, 67 Minuten
 
 

Mittwoch, 02. Mai 2001, 20.30 Uhr

Die Bibel - Das Buch der Preisungen
Psalmen
CD-Einspielung, 94 Minuten
 

Alle Veranstaltungen sind frei !

Programmänderungen vorbehalten.